Warum heißt das Bubeloch Bubeloch?

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Das Bubeloch und die Römerbrücke
Das Bubeloch und die Römerbrücke

Im Volksmund werden die Wiesen auf der Heddernheimer Seite des Niddasteges „Bubeloch“ genannt. Doch woher kommt der Name?


Vor der Begradigung und Regulierung der Nidda in den 1920’er Jahren machte die Nidda an dieser Stelle einen Bogen. An diesem Bogen befand sich eine Badestelle. Laut Polizeiverordnung von 1900 durften an dieser Stelle nur Kinder baden, da dies nur Buben durften, wurde die Badestelle „Am Bubenloch“ genannt.

Beachten Sie bitte das Update zur „Römerbrücke“ am Ende des Berichts.

Polizeiverordnung von 1910
Bekanntmachung von 1907
Polizeiverordnung von 1910
Polizeiverordnung von 1900

Nach der Niddaregulierung 1927 /28 war dies nicht mehr möglich, weil das Wasser der Nidda durch das Praunheimer Wehr stärker aufge­staut war -es wurde zu tief für die kleinen Kinder. Aber als „Freischwimmerbad“ war es weiterhin bei den Heddernheimern sehr beliebt, da es hier keinen Eintritt kostete. Es gab hier zwar keine Umkleidekabinen aber die nasse Badekleidung konnte man auch mit umge­hängtem Badetuch wechseln.

Die Gäulsnidd um 1925
Die Gäulsnidd um 1925

Von der Heddernheimer Seite war die Furt in die Nidda zu dieser Zeit bereits als Rampe in das Wasser gepflastert, denn es diente den Heddernheimer und Niederurseler Bauern als Pferdeschwemme: Eine „Pferdewaschanlage“ .

Wenn die Pferde nach schwerer Arbeit in den warmen Sommermonaten gereinigt wurden, führte man sie in die Gäulsnidd.

Ein weiteres Kennzeichen waren noch die zahl­los umherliegenden Gänsefedern und Gänse­dreck, denn auch die Heddernheimer Gänse badeten hier und dieses Uferstück hieß bei Jung und Alt: „Die Gänswaad“ (Gänseweide). Heute ist auch auf Heddernheimer Seite nicht mehr viel vom Bubeloch zu sehen. Die ge­pflasterte Rampe wurde Anfang der 70er Jahre zugeschüttet, weil sich dort viel Schlick und Unrat absetzte. Am Bubeloch wurde nach Kriegsende eine große Fläche mit einer Beton­platte versehen. Diese wurde von den amerikanischen Besatzern innerhalb des damaligen militärischen Speergebietes für die Errichtung einer Mannschaftskantine verwendet.


Heute ist dort alles wieder begrünt und seit ein paar Jahren gibt es am Bubeloch endlich auch eine eiserne Fußgängerbrücke, die auch von Radfahrern gut zu benutzen ist. Sie wur­de auf den Namen „Römerbrücke“ getauft. Hier gab es früher – vor etwa 2000 Jahren zwar keine Römerbrücke (Ergänzung dazu siehe unten), doch hier war die Nidda sehr flach und die Römer nutzten diese Stelle als Furt. Die Niddafurt war der kürzeste Weg ostwärts nach Vilbel und auch südwärts zur Mainfurt, dem heutigen Frankfurt. Wesentlich wichtiger als die Furt war der etwa 300 Meter nördlich gelegene Flussübergang vor allem bei Hoch­wasser. Dort, wo heute die Brücke nach Eschersheim ist, existierte schon zur Römerzeit eine Brücke.

Früher befand sich an dieser Stelle ein Mühle, die zur Burg Philippseck gehörte. Diese Mühle wurde noch 1814 als Mahlmühle erwähnt. Vermutlich gab es auch einen Mühlgraben, denn in alten Grundstücksverzeichnissen werden auch Böden genannt, die am Mühlwehr oder am Mühlgraben liegen. Aus den alten Beschreibungen geht auch hervor, das die „Nied“, so wurde die Nidda früher genannt, in diesem Bereich auch einige kleine Nebenarme hatte.

Grafik Bubenschenkel
Grafik Bubenschenkel

Ein Grundstück an einem dieser Nebenarme wurde „Bubenschenkel“ genannt, weil es eine entsprechende Form hatte.

Aus einen Grundstücksverzeichnis von 1751:

  • 38) Eine Wies aufs der Heddernheimer Gemein stoßet aufs das Philipps Ecker Mühlweer andererseits der Bubenschenkel, haltet…
  • 39) Eine Wies aufs der Heddernheimer Gemein, der Bubenschenkel genannt, ziehet. Langs der Eschersheimer Terminey ist wie ein Bubenschenkel formiert, haltet 3 Acker 29


Um diesen „Bubenschenkel gab es auch 1773 Grenzstreitigkeiten mit Eschersheim.
Diese Bezeichnung kann auch dazu beigetragen haben, dass der Badeplatz Bubeloch genannt wurde.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung des Heddernheimer Bürgervereins e.V. Herr Kilian und Herrn Klaus Gülden erstellt.

Ergänzung zu unserem Artikel vom 09.11.2021:
Unser Leser Gunther Haarstark hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wohl doch eine Brücke zur Römerzeit existierte. In dem Plan von Georg Wolff sind fünf Römerbrücken von NIDA eingezeichnet.

Karte der römischen Besiedlung von Georg Wolff
Karte der römischen Besiedlung von Georg Wolff

Bezeichnung B wäre das Bubeloch mit dem „Eselsweg“ nach Bergen und dann D der heute als „Römerbrücke“ bezeichnete Fußgängersteg, für dessen Schild Jürgen Fritz lange im Ortsbeirat geworben hat.

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