Schulgebäude des Dorfes und Stadtteils Heddernheim

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Heddernheimer Schule um 1922.
Heddernheimer Schule um 1922.

Ein Blick in die Geschichte von Klaus Gülden

General Philipp Wilhelm von Riedt, der aus einer katholischen Familie im Rheingau stammte, hat – wie keiner vor ihm – viel für „sein Dorf“ getan.

Nachdem er um 1720 einen neuen Friedhof am „Rande des Dorfes“ hatte anlegen lassen, folgte 1726 der Bau eines eigenen Schulhauses für die Heddernheimer (heute: Diezer Straße 10), bis dahin mussten die Kinder nach Praunheim in die Schule gehen.

Von 1817 an – als Heddernheim zum Herzogtum Nassau gehörte – wur­den nach einem Erlass der Regierung in der Heddernheimer Schule die Kinder christlichen und jüdischen Glaubens gemeinsam unterrichtet, eine Regelung, die erst in der NS-Zeit endete.

Im Laufe der Zeit hatte sich die Einwohnerzahl und die Zahl der schul­pflichtigen Kinder stark vergrößert. Deshalb beschloss die Gemeindever­tretung 1878 den Bau einer größeren Schule. Das alte Schulhaus sollte dann nur noch als Rathaus dienen. 1880 wurde mit dem Bau begonnen (heute: Heddernheimer Kirchstraße 13). Das Schulhaus hatte vier große Schulsäle und zwei Lehrerwohnungen. Es ist das große verputzte Gebäu­de, das rechts steht. 1898 wurde ein Erweiterungsbau notwendig, der dann 1904 noch einmal aufgestockt wurde. Dies ist das Gebäude aus gel­ben Klinkerstein das links steht.

1910 wurde das Dorf Heddernheim im Landkreis Frankfurt in die Stadt Frankfurt eingemeindet Ein Jahr später wurde ein neuer Erweiterungsbau zwischen den beiden älteren Gebäuden errichtet.
1961 wurde unsere Heddernheimer Volksschule in ,,Robert-Schumann­-Schule“ umbenannt. Unter diesem Namen wurde 1980 ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert.
Vielen älteren Heddernheimern ist noch das alte Kriegerdenkmal – vom Krieg gegen Frankreich 1870/71 – in Erinnerung. Es war 1895 im Schul­hof zur Heddernheimer Kirchstraße hin aufgestellt worden. Unter dem Denkmal wurde eine Zeitkapsel im Sockel hinterlegt. Diese wurde 2016 wiedergefunden.

Weitere Informationen zur Zeitkapsel finden Sie hier

Das Denkmal aus schwarzem Granit, von einem preußischen Adler gekrönt,
war von einem niedrigen eisernen Zaun umgeben. Es stand noch bis in die fünfziger Jahre.

Heddernheimer Schule um 1958. Mit dem Kriegerdenkmal im Schulhof.
Heddernheimer Schule um 1958. Mit dem Kriegerdenkmal im Schulhof.

Von Klaus Gülden

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