Trauer um einen Herzensmenschen

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Stellte sich stets nicht selbst in den Mittelpunkt, auch wenn er für das Heddernheimer Vereinsleben so wichtig war. Hans-Joachim Fischer (gest.). © Martin Weis
Stellte sich stets nicht selbst in den Mittelpunkt, auch wenn er für das Heddernheimer Vereinsleben so wichtig war. Hans-Joachim Fischer (gest.). © Martin Weis

Hans-Joachim Fischer ist im Alter von 81 Jahren gestorben

Er war ein Mensch, der mit dem Herzen sah. Egal ob im Beruf, in seinem Engagement in zahlreichen Vereinen, als Christ und nicht zuletzt in seiner Ehe. Hans-Joachim Fischer war ein zurückhaltender, ein freundlicher, ein fürsorglicher Mensch. Keiner, der sich in den Vordergrund drängte. Und doch wäre Heddernheim, wäre Klaa Paris, wäre die Kolpingsfamilie ohne ihn nicht das, was sie heute sind. Und er zitierte 2001, zum 50. Jubiläum der Heddernheimer Kolpingsfamilie, aus Antoine de Saint-Exuperys weltbekannter Geschichte vom kleinen Prinzen „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Damit meinte er nicht sich, sondern das Engagement der Kolpingsfamilie. Bescheidenheit. Ja, eine weitere Eigenschaft Hans-Joachims. Am 28. März ist er im Alter von 81 Jahren gestorben.

Der gebürtiger Heddernheimer war fest verwurzelt in seinem Stadtteil. Seine Bekanntheit resultierte aus den zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben, die er in den Jahren übernommen hatte: Vorsitzender im Sparverein der Frankfurter Volksbank, Kassierer im Vereinsring, Fastnachter (zum Beispiel als Teil des Duos „Lumpes und Dabbes“ – was im Übrigen legendär ist), aktives Mitglied in der Kirchengemeinde Sankt Peter und Paul sowie CDU-Vertreter im Ortsbeirat 8. Doch seine ganze Liebe neben der zu seiner Hildegard gehörte der Kolpingsfamilie Heddernheim.

27 Jahre lang stand er ihr vor und führte nicht nur ein geselliges, sondern vor allem auch ein soziales Engagement, das beispiellos war. „Auf alles kann ich verzichten, aber nicht auf meine Kolpingsfamilie. Das ist ein Stück meines Lebens“, sagte Hans-Joachim einst. Schon mit 18 Jahren war er im Jahr 1959 eingetreten. Nach 27 Jahren gab er den Vorsitz ab, war seither Ehrenvorsitzender. Zu Recht. Ewald Block, einer, der mit ihm eingetreten war, sagte einst: „Die Kolpingsfamilie Heddernheim ist Hans-Joachim Fischer. Als wir anfingen, war unsere Gruppe unterer Durchschnitt, unter Hans-Joachims Vorsitz sind wir nach oben gekommen.“ Die Kolpingsfamilie war sein Leben. Aktionen in Brasilien, in Bosnien/Kroatien, die Priesterhilfe oder Behinderte in Oberursel, die regelmäßig zu Gast waren in Heddernheim – nur ein kleiner Ausschnitt aus Hans-Joachims Engagement. Er war keiner, der mit seinen zahlreichen Ehrungen von Land, Bund und Kolpingwerk hausieren gegangen ist. Vielmehr sagte er vor einigen Jahren: „Ohne meine Frau Hildegard wäre all das nicht gegangen.“ Stimmt. Hildegard. Sie war die Liebe seines Lebens, sein Herzens-, sein Seelenmensch, seine Partnerin.

Hans-Joachim war sozial engagiert. Er war ein Mensch, mit dem man lachen konnte, der gleichwohl die Sorgen seines Gegenübers ernstnahm, sich kümmerte. Ein Mensch, wie man ihn heute noch selten trifft. Einer, bei dem man sich aufgehoben fühlt.

Auch wenn er gesundheitlich angeschlagen war – sein Tod kam überraschend. Am 5. April wird Hans-Joachim in einem Requiem in Sankt Peter und Paul um 10 Uhr verabschiedet. Um 11.15 Uhr schließt die Beerdigung auf dem Heddernheimer Friedhof an.

Lieber Hans-Joachim, um den kleinen Prinzen sprechen zu lassen: „Ich bin froh, Dich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Ich werde manchmal mein Fenster öffnen. Gerade so zum Vergnügen.“ Und meine Freunde sind (nicht wirklich) erstaunt, wenn sie sehen, dass ich den Himmel anblicke und lache. „Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen“. Du bist einer von ihnen. Noch einer.

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