Vom Schoppen horten und närrischen Worten

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Machen sich beim Kartenkloppen so ihre eigenen Gedanken über Opas Schoppen (v. l.): Peter Mentges, Andreas Stähling, Alexandra Pontow, Michaela Hamburger und Michael Robra als „Opa Karl“. © Alexandra Flieth
Machen sich beim Kartenkloppen so ihre eigenen Gedanken über Opas Schoppen (v. l.): Peter Mentges, Andreas Stähling, Alexandra Pontow, Michaela Hamburger und Michael Robra als „Opa Karl“. © Alexandra Flieth

Käwwern spielen diesmal Sketche – Auch die aktuelle Stadtpolitik wird aufs Korn genommen

Opa Karl ist in Heddernheim kein Unbekannter, läuft er doch seit Ausbruch der Corona-Pandemie regelmäßig mit einer Sackkarre und Kartons voll mit Mehl, Sonnenblumenöl oder Apfelwein durch die Straßen. Abgeben möchte er davon nichts, wenn überhaupt nur gegen entsprechende Geldscheine. Aber noch lieber hortet er. Schließlich wisse man ja nie, was noch komme. Seine Familie, die das Treiben beobachtet, kann da nur noch den Kopf schütteln und hat so ihre ganz eigene Meinung dazu.

„Opa Karl kauft ein“, heißt der Sketch, den Michael Robra als „Großvater“ sowie Andreas Stähling, Alexandra Pontow, Melina Guccione und Peter Mentges als Bühnen-Familie spielen werden. Sie alle sind aktive Mitglieder der Theatergruppe der Heddemer Käwwern.

Das Theaterspielen hat beim Klaa Pariser Fastnachtsverein eine lange Tradition, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. In dieser Fastnachtskampagne begehen die Käwwern ihr 140-jähriges Bestehen und starten die Feierlichkeiten hierzu bereits am kommenden Samstag, 19. November um 19.11 Uhr mit einer Eröffnungssitzung in der Turnhalle. Und zu diesem Anlass, der unter dem Motto „Guude, 140 Jahre Käwwern“ steht, darf ein Auftritt der Theatergruppe nicht fehlen.

Die Sorge, sich anzustecken

Nicht eine ganze Inszenierung bringen die Darsteller dieses Mal auf die Bühne, sondern einzelne Sketche, die das Sitzungspublikum noch einmal dazu einladen sollen, die vergangenen zweieinhalb Jahre zu reflektieren. Aber auch der Blick auf die aktuelle Stadtpolitik kommt dabei nicht zu kurz. Während der vergangenen zwei Jahre kam das Theaterspielen im Verein gänzlich zum Erliegen, nicht nur wegen der Auflagen, sondern auch aus Sorge vor einer Ansteckung, gerade unter den älteren Mitgliedern der Theatergruppe. Noch immer schwingt diese Angst mit und nicht jeder der früheren Darsteller ist schon wieder bereit, vor Publikum auf der Bühne zu spielen, wissen Ellen Aumüller und Annette Böhnke.

Aumüller ist seit mehr als 30 Jahren ein aktives Mitglied bei den Käwwern und langjährige Regisseurin der bisher durch die Darsteller auf die Bühne gebrachten Inszenierungen. Böhnke hat die Aufgaben als Regisseurin übernommen, Ellen Aumüller die Sketche geschrieben, die nun gezeigt werden sollen. Drei Stück an der Zahl, die zwischen Büttenreden und Tänzen zur Eröffnungssitzung zum Besten gegeben werden. So der Plan. Sich nun wieder als Theatergruppe zu zeigen, das sei auch ein Wunsch des Vereinsvorstandes gewesen, sagt Aumüller. Für die Sitzung selbst haben sich die Organisatoren zudem überlegt, Sitzplätze und Stehtische anzubieten.

Für den Auftritt geprobt wird seit Mitte Oktober in den Räumen des Gemeindehauses des Kirchortes St. Sebastian der katholischen Pfarrei St. Katharina von Siena in der Nordweststadt. In dieser Woche proben die Darsteller täglich, schließlich soll zur Premiere am Samstag alles auf den Punkt genau klappen.

Das jüngste Mitglied, die zwölfjährige Melina Guccione, die die Enkelin von Opa Karl spielt, kann an diesem Probenabend aus familiären Gründen nicht mit dabei sein. Für sie springt Michaela Hamburger ein, die gemeinsam mit Alexandra Pontow in einem weiteren Sketch spielt, bei dem sich alles um die Hygienevorschriften für Fastnachtsveranstaltungen dreht. Ein Sketch, der ebenfalls auf den Erfahrungen aus den vergangenen zweieinhalb Jahren basiert.

Ellen Aumüller, die sich gemeinsam mit Annette Böhnke die Aktionen der Darsteller ganz genau anschaut, wünscht sich, dass die drei Sketche am Samstag gut ankommen, und schaut genau, wie die Darsteller ihre Ideen rüberbringen. „Bei so einem Sketch“, sagt sie, „muss von Anfang an klar sein, worum es geht.“

Etwa beim dritten Sketch, bei dem sich alles um den 6. November und damit das Abwahlverfahren von Peter Feldmann dreht. Auch dieses hat Ellen Aumüller in Sketchform gebracht, wie, damit möchte sie das Publikum überraschen.

Es gibt noch Restkarten für die Stehtische zur Eröffnungssitzung am 19. November um 19.11 Uhr in der Turnhalle Heddernheim, Habelstraße 11. Der Eintritt kostet 11 Euro pro Person.

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