Gastronomie am Alten Flugplatz Frankfurt kehrt zurück

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Ungefähr da wird die neue Außengastronomie am Alten Flugplatz Frankfurt sein. © Rolf Oeser
Ungefähr da wird die neue Außengastronomie am Alten Flugplatz Frankfurt sein. © Rolf Oeser

Am Alten Flugplatz Kalbach/Bonames ist die Unterkunft für geflüchtete Familien endgültig Geschichte – am Donnerstag war Abnahme des Geländes in Frankfurt. Die Gebäude sind restlos verschwunden.

Plötzlich fällt auf, dass da Bäume stehen, zwischen dem großen Hangar und dem geschlossenen Tower-Café. Wie haben sie die Zeit überstanden? Gut, sagt Thomas Hartmanshenn, Abteilungsleiter Umweltvorsorge im Umweltamt. „Nur ein Baum ist abgängig und muss aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden.“ Das habe aber eher nichts mit der Flüchtlingsunterkunft zu tun, sondern weiter in der Vergangenheit liegende Ursachen.

Damals wurde auf dem Areal viel geparkt, wie fr.de berichtet. Der Blick geht jetzt in die Zukunft. „Es tut sich was, man hat eine andere Sicht auf die Dinge“, sagt Torsten Jens, seit einigen Wochen als „Hauswart“ des Geländes im Amt, auch wenn er das Wort nicht mag. „Kümmerer oder guter Geist gefällt mir besser“, sagt er. Seit Jahren kümmert er sich schon mit seiner Naturschule Hessen, Partnerin Stephanie König und den Landschaftslotsen um das Gebiet. Sie sind seit dem Wochenende auch wieder unterwegs mit Rat und Tat für Erholungsuchende. Von April an geben sie jeden Sonntag um 15 Uhr Gratisführungen.

Ein Fest zur Begrüßung am Alten Flughafen Frankfurt – Gastronomie kehrt zurück

Dann wird es noch mehr Attraktionen am Alten Flugplatz geben, dem Vogelparadies auf dem früheren US-Militärgelände, das sich die Natur seit 30 Jahren zurückerobert hat. Die Schaustellerfamilie Roie wird wieder Außengastronomie anbieten wie im vorigen Jahr – aber mit einer größeren Palette an Speisen und Getränken. Auch Alkoholisches soll es diesmal geben, und der Standort des Imbisses rückt an die Tische und Bänke vor dem Towergebäude heran.

Deutlich vor Ostern, vermutlich noch im März, soll es damit losgehen, sagt Thomas Hartmanshenn. Gleichzeitig werden Toiletten im Gebäude zugänglich sein – keine Dixi-Klos mehr wie 2021. Für später im Jahr plant das Team aus Umwelt-, Grünflächenamt und Amt für Bau und Immobilien ein Fest, „um zu zeigen, dass wir das Gelände wieder bespielen“. Und noch etwas später soll auch das neue Umweltbildungskonzept zeigen, was es kann. Die Abstimmungen zwischen den Ämtern laufen, auch hier mit Beteiligung der Naturschule, die dazu Vorarbeiten geleistet hat.

Aber was wäre der Frühling ohne Blüten? Eine Wildblumenwiese ist vorbereitet auf dem Gelände der abgerissenen Flüchtlingsunterkunft, denn da war vorher schon Naturschutzgebiet und das muss wiederhergestellt werden. „Ein Miteinander der Akteure“ nennt Torsten Jens, was sich da tut, Ämter, Feuerwehr, Aeronauten, Bienenmuseum, Naturschule. „Die Gesamtplanung ist gewissermaßen in einem Flaschenhals – irgendwann macht es plopp.“

Alter Flughafen Frankfurt: Umwelt steht im Fokus

Apropos Naturschutz: Auf der anderen Seite der Homburger Landstraße, am Nordpark, ist der sanierte Parkplatz* fertig. Was sofort auffällt, ist viel asphaltierte, gepflasterte, sprich: versiegelte Fläche. Wie ist das mit dem Ansinnen der Stadt („Mehr Wildnis wagen“) in Einklang zu bringen? „Die Versiegelung ist mit uns abgesprochen“, sagt Hartmanshenn. Der alte Parkplatz habe permanent Kosten verursacht, weil dort nach Regenfällen ständig enorme Pfützen entstanden seien.

Das Ganze werde aber ausgeglichen: Die „Biotoppunkte“, die durch die Versiegelung des Parkplatzes verlorengingen, würden in Form von neuen Stauden, Gebüschen und einem Wildwiesenstreifen vor Ort ausgeglichen. Eine Versiegelung muss also nicht durch eine Entsiegelung kompensiert werden? Nein, sagt Hartmanshenn, da zählten die Biotoppunkte. Am Alten Flugplatz, kündigt er an, könne im Zuge der Planung aber auch durchaus „der eine oder andere Quadratmeter Beton“ verschwinden.

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